Southern Rock hat ein Gesicht – und es heißt Lynyrd Skynyrd. Hinter dem mythischen Namen verbirgt sich eine Band, die mit Free Bird und Sweet Home Alabama Musikgeschichte schrieb, aber auch eine der tragischsten Katastrophen der Rockwelt erlebte: den Flugzeugabsturz von 1977, bei dem drei Bandmitglieder ums Leben kamen.

Gründungsjahr: 1964 ·
Todesopfer beim Flugzeugabsturz: 3 ·
Überlebende des Absturzes: 20 ·
Ursprüngliche Mitglieder 2024 noch am Leben: 0 ·
Letztes verbliebenes Gründungsmitglied: Gary Rossington (verstorben 2023)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Drei Bandmitglieder starben beim Absturz: Ronnie Van Zant, Steve Gaines und Cassie Gaines (Wikipedia (de))
  • 20 Personen überlebten den Absturz (Wikipedia (de))
  • Gary Rossington starb 2023 als letztes Gründungsmitglied (RADIO BOB)
2Was unklar ist
  • Exakte Ursache des Absturzes – Treibstoffmangel oder Pilotfehler? (Wikipedia (de))
  • Ob der Ruf „Play Freebird“ ursprünglich positiv gemeint war (The Circle)
  • Die genauen politischen Ansichten von Ronnie Van Zant (Wikipedia (de))
3Zeitleisten-Signal
  • Gründung 1964 – aus einer Highschool-Band wird eine Legende (Wikipedia (de))
  • 20. Oktober 1977 – der Flugzeugabsturz in Gillsburg, Mississippi (RADIO BOB)
  • 2023 – Tod von Gary Rossington, dem letzten Gründungsmitglied (The Circle)
4Wie es weitergeht
  • Die Band tourt weiter mit neuer Besetzung um Johnny Van Zant (Wikipedia (de))
  • Der Film „Street Survivors“ erzählt die wahre Geschichte des Absturzes (ROCKS Magazin)
  • Kontroverse um die Konföderiertenflagge bleibt Teil des Band-Erbes (Wikipedia (de))

Die wichtigsten Eckdaten der Band im kompakten Überblick:

Attribut Wert
Gründungsjahr 1964
Herkunft Jacksonville, Florida, USA
Genre Southern Rock
Absturzopfer (Band) Ronnie Van Zant, Steve Gaines, Cassie Gaines
Letztes Gründungsmitglied Gary Rossington († 2023)
Aktuelle Besetzung Johnny Van Zant (Gesang), Rickey Medlocke (Gitarre), Mark Matejka (Gitarre) u. a.
Bekanntester Song Free Bird (1973)

Wie viele Mitglieder von Lynyrd Skynyrd starben beim Flugzeugabsturz?

Die Opfer des Absturzes 1977

Am 20. Oktober 1977, nur drei Tage nach Veröffentlichung des Albums Street Survivors, stürzte das Charterflugzeug der Band in ein Waldgebiet nahe Gillsburg, Mississippi (Wikipedia (de)). Drei Bandmitglieder kamen dabei ums Leben: Sänger Ronnie Van Zant, Gitarrist Steve Gaines und Backgroundsängerin Cassie Gaines (RADIO BOB). Laut der deutschen Wikipedia starben zudem der Tourmanager Dean Kilpatrick und die beiden Piloten – insgesamt sechs Todesopfer.

Die Tragödie

Cassie Gaines wurde von Ronnie Van Zant überredet, überhaupt mitzufliegen – eine Entscheidung, die sie das Leben kostete, wie RADIO BOB berichtet.

Die Überlebenden: Wer entkam dem Tod?

20 Personen überlebten den Absturz schwer verletzt (Wikipedia (de)). Der Schlagzeuger Artimus Pyle zog sich laut dem deutschen ROCKS Magazin die geringsten Verletzungen zu und half später bei der Rettung anderer. Auch Gitarrist Gary Rossington überlebte, ebenso Keyboarder Billy Powell und Bassist Leon Wilkeson. Wilkeson wurde mit schweren inneren Verletzungen geborgen, erholte sich aber.

Was die genaue Ursache des Absturzes angeht, gibt es unterschiedliche Angaben. Die deutsche Wikipedia nennt „einen zu geringen Treibstoffvorrat beziehungsweise einen Defekt der Maschine“. Ein Jahr später gab ein Gericht menschlichem Versagen der Crew die Schuld – eine Einschätzung, die nicht von allen Überlebenden geteilt wird.

Das bleibt: Von den ursprünglichen Bandmitgliedern starben drei beim Absturz. Nur 20 Menschen überlebten – darunter Gary Rossington, der letzte Überlebende des Unglücks.

Was riet Mick Jagger Lynyrd Skynyrd nicht zu tun?

Die Anekdote um das Privatflugzeug

Eine legendäre Geschichte rankt sich um die Warnung von Mick Jagger: Der Rolling-Stones-Frontmann riet der Band angeblich dringend davon ab, ein eigenes Charterflugzeug zu nehmen (Wikipedia (de)). Die Band hörte jedoch nicht auf den Rat. Sie charterte eine Convair CV-240, um nach dem Konzert in Greenville, South Carolina, schnell nach Baton Rouge, Louisiana, zu kommen. Die Maschine stürzte auf dem Weg ab.

Warum der Rat ignoriert wurde

Die genauen Gründe sind nicht überliefert, aber der Zeitdruck einer Tour dürfte eine Rolle gespielt haben. Die Rolling Stones zogen nach dem Absturz laut Berichten des ROCKS Magazins Konsequenzen: Sie stellten der Witwe von Ronnie Van Zant finanzielle Hilfe zur Verfügung.

Das bleibt: Mick Jaggers Warnung war mehr als eine Anekdote – sie hätte die Band vor der Katastrophe bewahren können. Doch die Umstände des Touralltags führten dazu, dass Lynyrd Skynyrd dennoch in die Convair stieg.

Was ist kontrovers an Lynyrd Skynyrd?

Die Konföderiertenflagge und politische Symbolik

Kein anderes Symbol ist so eng mit der Band verbunden wie die Konföderiertenflagge. Lynyrd Skynyrd verwendete sie jahrelang auf Bühnenhintergründen und Albumcovern. Sänger Ronnie Van Zant äußerte sich mehrdeutig: Einerseits sagte er in Interviews, die Flagge stehe für die Südstaatenmentalität, nicht für Rassismus. Andererseits ließ er die Band bei Konzerten der United Southern Youth auftreten, einer damaligen Jugendorganisation der Südstaaten (Wikipedia (de)).

Der Umgang mit dem Erbe nach dem Absturz

Nach dem Tod von Ronnie Van Zant distanzierte sich die wiedervereinigte Band zunehmend von der Flagge. In den 2010er Jahren verschwand das Symbol von der Bühne. Heute zeigt die Band offiziell keine Konföderiertensymbole mehr – ein Schritt, der in der deutschen Musikpresse, etwa auf The Circle, positiv aufgenommen wurde.

„Ein Teil der deutschen Rockfans liebt die Band trotz der Flagge, ein Teil lehnt sie ab. Die Kontroverse wird nie ganz verschwinden.“

– Redaktion von The Circle (deutsches Musikportal)

Das bleibt: Lynyrd Skynyrd steht im Spannungsfeld zwischen Südstaatenstolz und politischer Verantwortung. Die späte Distanzierung der Band von der Konföderiertenflagge zeigt einen Lernprozess, der jedoch nicht alle Fans überzeugen konnte.

Warum rufen die Leute bei Konzerten „Play Freebird“?

Ursprung des Memes

Der Ruf „Play Freebird!“ ist eines der ältesten Konzert-Memes der Rockgeschichte. Was heute oft als Störung oder Insider-Witz gilt, begann laut der deutschen Wikipedia als echte Bitte: Der Song Free Bird von 1973 ist über neun Minuten lang, episch und galt als der ultimative Live-Moment von Lynyrd Skynyrd (Wikipedia (de)).

Kulturelle Bedeutung des Songs

Free Bird wurde schnell zum Synonym für Southern Rock – so sehr, dass die Band selbst den Ruf nicht mehr loswurde. In den 1970er Jahren begannen Fans, den Song bei völlig fremden Konzerten zu rufen, um die Band zu ärgern oder die Stimmung zu testen. Heute ist „Play Freebird“ ein geflügelter Ausdruck für eine Forderung, die nicht ernst gemeint ist, aber dennoch den Status des Songs als Hymne zeigt.

Der Song selbst handelt von Freiheit und Ungebundenheit – eine passende Metapher für die Band, die nach dem Absturz wieder auferstand. Die deutsche Musikpresse, darunter Rocktimes, interpretiert den Ruf auch als Ausdruck der Sehnsucht nach der alten Besetzung, die nie wieder zurückkehren wird.

Das bleibt: Der Ruf „Play Freebird“ ist heute ein kulturelles Phänomen – einerseits respektlos, andererseits eine Hommage an den Song, der das Genre definierte. Für die Band ist er Fluch und Segen zugleich.

Sind noch ursprüngliche Mitglieder von Lynyrd Skynyrd am Leben?

Die letzten Gründungsmitglieder

Die traurige Antwort lautet: Nein. Das letzte verbliebene Gründungsmitglied, Gitarrist Gary Rossington, starb am 5. März 2023 im Alter von 71 Jahren (RADIO BOB). Die übrigen Gründungsmitglieder – Ronnie Van Zant, Allen Collins, Larry Junstrom und Bob Burns – waren bereits zuvor verstorben. Damit ist die ursprüngliche Besetzung vollständig erloschen.

Aktuelle Besetzung der Band

Trotzdem tourt die Band weiter unter dem Namen Lynyrd Skynyrd. Sänger Johnny Van Zant, der jüngere Bruder von Ronnie, führt die Formation an. Weitere Mitglieder sind Gitarrist Rickey Medlocke (der schon in den 1970er Jahren dabei war) und Mark Matejka (Wikipedia (de)). Das Repertoire besteht weiterhin aus den Klassikern, und die Band füllt Hallen – auch in Deutschland.

Die Frage, ob eine Band ohne ein einziges Gründungsmitglied noch authentisch den Namen tragen darf, wird in der deutschen Musikszene kontrovers diskutiert. Das Magazin The Circle bezeichnet die aktuelle Tour als „Ehrerbietung an das Erbe“ – andere kritisieren die fehlende Originalbesetzung.

Das bleibt: Von den ursprünglichen Mitgliedern lebt keines mehr. Die heutige Band ist eine Hommage, aber kein Original – dennoch halten sie die Musik am Leben.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen

  • 1964 – Gründung der Band als „My Backyard“ in Jacksonville, Florida (Wikipedia (de))
  • 1973 – Veröffentlichung des Debütalbums (Pronounced ‘Lĕh-‘nérd ‘Skin-‘nérd) mit Free Bird (Wikipedia (de))
  • 1977 – Flugzeugabsturz am 20. Oktober bei Gillsburg, Mississippi; drei Bandmitglieder sterben (RADIO BOB)
  • 1987 – Wiedervereinigung unter Johnny Van Zant und neuen Mitgliedern (Wikipedia (de))
  • 2006 – Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame (Wikipedia (de))
  • 2023 – Tod von Gary Rossington, dem letzten Gründungsmitglied (RADIO BOB)

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Drei Bandmitglieder starben beim Absturz (Wikipedia (de))
  • Mick Jagger riet der Band, kein Flugzeug zu chartern (Wikipedia (de))
  • Die Band verwendete die Konföderiertenflagge (Wikipedia (de))
  • Gary Rossington starb 2023 (RADIO BOB)

Was unklar ist

  • Exakte Ursache: Treibstoffmangel oder Pilotfehler? (Wikipedia (de))
  • Ob der Ruf „Play Freebird“ ursprünglich positiv gemeint war (Rocktimes)
  • Die genauen politischen Ansichten von Ronnie Van Zant (Wikipedia (de))

Stimmen zum Unglück

„Der Schlagzeuger Artimus Pyle überlebte den Absturz und hatte die geringsten Verletzungen unter den Beteiligten.“

– Redaktion von ROCKS Magazin (deutsch)

„Cassie Gaines wurde von Ronnie Van Zant überredet, mitzufliegen – eine Entscheidung, die sie das Leben kostete.“

– Redaktion von RADIO BOB (deutsches Rockradio)

„Der Unfall war ein schwerer Einschnitt, von dem sich die Überlebenden traumatisiert zeigten.“

– Redaktion von The Circle (deutsches Musikportal)

Das Erbe von Lynyrd Skynyrd lebt in der Musik weiter, doch die Katastrophe von 1977 bleibt der dunkelste Moment der Bandgeschichte. Für die deutschen Fans, die die Band seit den 1970er Jahren begleiten, ist der Absturz nicht nur eine Tragödie, sondern auch der Grund, warum die ursprüngliche Magie nie wieder eingefangen wurde.

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Weitere Quellen

facebook.com, youtube.com

Häufig gestellte Fragen

Wie wird Lynyrd Skynyrd ausgesprochen?

Die Aussprache ist „Lĕh-NÉRD Skin-NÉRD“ – also etwa „Lehnerd Skinnehrd“. Der Name klingt wie die Aussprache des Wortes „Leonard Skinner“ – inspiriert vom Spitznamen eines strengen Sportlehrers der Bandmitglieder.

Was bedeutet der Name Lynyrd Skynyrd?

Der Name ist eine leichte Abwandlung des Namens Leonard Skinner, eines Sportlehrers an der Robert E. Lee High School in Jacksonville, der für seine strikten Regeln bekannt war. Die Band wählte den Namen als Hommage – und als ironischen Seitenhieb.

Wer ist der aktuelle Sänger von Lynyrd Skynyrd?

Der aktuelle Sänger ist Johnny Van Zant, der jüngere Bruder des verstorbenen Ronnie Van Zant. Er führt die Band seit der Wiedervereinigung 1987 an.

Gibt es ein Live-Album der Band?

Ja, das bekannteste Live-Album ist One More from the Road (1976), das die Energie der Originalbesetzung einfängt. Ein weiteres Live-Album ist Southern Surroundings – Live from Fox Theatre (2012).

Wie hieß der Song Simple Man und worum geht es?

Simple Man ist ein Song vom Debütalbum (1973) und handelt von den einfachen Werten im Leben: Demut, Familie und Bescheidenheit. Der Song gilt als einer der gefühlvollsten der Band.

Was war der genaue Ort des Flugzeugabsturzes?

Die Maschine stürzte in ein Waldgebiet nahe Gillsburg, Mississippi, ab. Der Ort liegt etwa auf halber Strecke zwischen Greenville, South Carolina, und Baton Rouge, Louisiana.

Wie viele Alben hat Lynyrd Skynyrd veröffentlicht?

Die Band hat bisher 14 Studioalben veröffentlicht. Das letzte Studioalbum Last of a Dyin’ Breed erschien 2012. Hinzu kommen zahlreiche Live-Alben und Kompilationen.